Projekt Ï - Geben Sie mir Ihre Gedanken – ich gebe Ihren Gedanken eine Stimme!
Hallo, mein Name ist Petra!
Ich lebe in Braunschweig. Zwar habe ich keine ukrainischen Wurzeln, jedoch ukrainische Freunde. Vielleicht kennen wir uns, wahrscheinlich aber nicht. Ich bin Lehrerin – eigentlich seit 2 Jahren in Rente, unterrichte aber wieder einmal pro Woche an der IGS Wallstraße in Wolfenbüttel. Kunst und Kultur, Freiheit und Demokratie, Freundschaft und Gerechtigkeit - das sind die Pfeiler meines Lebens.
Als im März 2022 ukrainische Schüler in meinen Unterricht kamen, erinnerte ich mich daran, dass auch meine Mutter als Kind flüchten musste. Deshalb begann ich im Mai 2022, Hilfsprojekte für ukrainische Soldaten zu unterstützen: Während Politiker noch über Gefechtshelme diskutierten, sammelten Bekannte Geld für einen Pick-Up. Ein Freund, dessen Einheit an der Front in der Ostukraine kämpfte, benötigte das Fahrzeug dringend für sein Team. Aus einem Projekt wurden elf. 23 Evakuierungsfahrzeuge wurden persönlich nach Kyjiw gebracht; viermal war auch ich in Kyjiw.
In Lwiw und Kyjiw lernte ich wunderbare Menschen kennen. Wir sprachen über Ängste, Verluste, Gefühle und Hoffnungen; wir lachten und träumten. Ich war in Butscha und Hostomel, sah die Brücke über den Irpin, die Gedenkstätte von Moshchun und die Beisetzungsfeier für Iryna Tsybukh (Callsign „Cheka“) auf dem Maidan. Auch Soldaten berichteten von ihrem Alltag; die Zeit war knapp, nur wenige kamen zu Wort.
Das möchte ich ändern. Also habe ich das Projekt “Ï” ins Leben gerufen. Es wird vom 16 bis 28. Oktober 2025 im Kulturzentrum KufA im Westlichen Ringgebiet von Braunschweig stattfinden. Tragen Sie dazu bei!
Hier in Deutschland wird viel über die Ukraine berichtet, doch der Krieg wirkt weit weg. Viele Deutsche gehen der Propaganda der Invasoren auf den Leim, ohne es zu merken. Selbst die schrecklichsten Fotos erreichen kaum noch. Zu viele Katastrophen um uns herum. Man will davon nichts mehr sehen, nichts mehr hören … Wie kann man das Herz dieser Menschen noch berühren? Man muss ihre Bereitschaft wecken, sich kennenzulernen und aufeinander zuzugehen. Dann erkennen sie Gemeinsamkeiten. Sie können nicht mehr wegschauen oder sagen: „Das geht mich nichts an!“
Woran also denken die meisten Menschen? Was macht unser Menschsein aus? Gefühle, Erinnerungen, persönliche Wünsche und Hoffnungen. Wenn wir hier Gemeinsamkeiten entdecken, können wir einander verstehen, werden sensibel und hilfsbereit. Deshalb sammle ich Gedanken ukrainischer Menschen – ihre persönliche Sicht der Dinge. Auch Sie sollten zu Worte kommen – ungefiltert und ohne Bewertung – im Rahmen meiner Ausstellung.
Sind Sie bereit, mir etwas Zeit zu schenken? Welche Gedanken haben Sie, wenn Sie über folgende Begriffe nachdenken:
Ich, Identität, Wurzeln, Heimat(land), Hoffnung, Kraft Zukunft, Zeichen, Symbole, Rot, Blau, Gelb, Ï
Ein paar Worte, 2-3 Sätze, ein Brief? Ein Gedicht, ein Foto, ein Bild, eine Zeichnung? Auf die Form kommt es nicht an. Ganz frei heraus! (Vielleicht Vorname, Alter, Lebenssituation?) Nur das, was Sie preisgeben wollen. Ich bin gespannt!
Treten Sie mit mir in Kontakt – persönlich, schriftlich, per Email an projekt_ji@jinezet.de oder auch anonym über mein Projektbrief-Formular auf jinezet.de.
Petra-M. Uysal
Virchowstr. 34
38118 Braunschweig
Mobil: +49 176 4322 1680
oder auch über meine Schul-Email: petra.uysal@igsw-wf.de
